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Zuletzt aktualisiert
16 Okt., 2024

GDS-Systeme: Funktionsweise, Bedeutung und Auswahlkriterien

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Lesezeit: 12 min

Es sollte kaum überraschen, dass selbst Weltenbummler mit 100+ bereisten Ländern oft nichts von GDS-Systemen wissen – sofern sie nicht aus der Reisebranche stammen oder sich für Reise-IT interessieren.

Für Außenstehende ist kaum vorstellbar, wie herausfordernd Reisen ohne Global Distribution Systems (GDS) wären. Doch für Airlines und Reiseagenturen, die GDS seit über 30 Jahren nutzen, sind diese Systeme unverzichtbar. Um die Reisewelt zu verstehen, muss man GDS-Verbindungen begreifen. Genau dies erklären wir hier – inklusive Vergleich führender GDS-Anbieter und Auswahlleitfaden für Ihr Business.

Yana Brilevskaya - Geschäftsanalytikerin bei GP Travel Hub

* Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Yana Brilevskaya, Business Analystin bei GP Travel Hub, die aktuelle GDS-Markttrends fachkundig beleuchtet.

GDS: Ursprünge

Wie buchen normale Reisende Flüge? Drei Hauptoptionen existieren:

  • Airline-Website: Direktbuchung beim gewählten Fluganbieter
  • Flugsuchmaschinen: Nutzung von Kayak, Skyscanner oder Expedia
  • Reiseagenturen: Buchung durch Fachpersonal (insbesondere bei Pauschalreisen)

Doch für die weltweite Verteilung von Tickets reicht eine Airline-Website nicht aus. Hier kommen technische Vermittler ins Spiel, die Angebote an Online-Reisebüros (OTAs) global liefern – die Geburtsstunde der GDS.

Historischer Rückblick

Die Wurzeln liegen in den 1960ern in den USA:

  • Pioniere: American Airlines und IBM
  • Technik: IBM-7090-Mainframe in New York
  • Funktion: Speicherung aller Flugdaten
  • Reichweite: 5.000 Terminals bundesweit
  • Buchungsprozess: Telefonische Reservierung durch Reiseagenten
  • Systemname: SABRE (Semi-Automatic Business Research Environment)
Logo einer amerikanischen Fluggesellschaft und ein Flugzeug

Später tauchten ähnliche Systeme weltweit auf, wobei Sabre die Luftfahrtverteilung anführte. In den 1970ern hielten die Terminals Einzug in Reisebüros, um Airlines personell zu entlasten. Der Rest ist Geschichte.

Was ist ein GDS-System?

Ein Global Distribution System (GDS) ist eine Online-Plattform exklusiv für Reisebranchenunternehmen. Ursprünglich für die Luftfahrt entwickelt (wie oben beschrieben), verbanden GDS später auch Reisebüros mit weiteren Anbietern:

  • Kreuzfahrtgesellschaften
  • Hotels
  • Mietwagenanbieter

Falls zukünftig neue Reiseformen (z.B. Weltraumtourismus) entstehen, werden GDS diese garantiert umgehend integrieren.

Schema zur Darstellung der Inhaltsquellen für die GDS

Welche Kernfunktionen hat jedes GDS-Buchungssystem?

Ein wettbewerbsfähiges GDS benötigt folgende Schlüsselfunktionen für effektives Reisemanagement:

  • Echtzeit-Verfügbarkeit & Inventarverwaltung
    • Zeigt sofort freie Flugsitze, Hotelzimmer oder Mietwagen an
    • Minimiert Überbuchungsrisiken und Systemkommunikationsfehler
  • Erweiterte Suchoptionen
    • Leistungsstarke Filter für Preise, Klassen, Zeitpläne etc.
    • Vergleichsfunktionen als Herzstück jeder Buchungsplattform
  • Buchungskonsolidierung
    • Kombiniert Mehrsegmentreisen (Flug + Hotel + Mietwagen)
    • Ermöglicht Komplettbuchungen in einer Transaktion
    • Ideal für Anbieter komplexer Reisepakete
  • Integration mit Fremdsystemen
    • Nahtlose Anbindung an:
      • Buchhaltungssoftware
      • CRM-/ERP-Plattformen
    • Technologiebasierte Schnittstellen (APIs)
Niko von GP Solutions

GP Solutions ist Mitglied des Sabre Developer Partner Programms. Mit uns wird Ihre GDS-Anbindung viel schneller gehen.

Niko
Business-Experte

Wie funktioniert ein GDS-System?

Vereinfacht ausgedrückt: Ein GDS bezieht Inhalte von Anbietern und stellt sie Vermittlern (Reisebüros, Reiseveranstaltern) zur Verfügung. Nehmen wir eine Fluggesellschaft (Anbieter) und ein Reisebüro (Vermittler) als BeispielAnbieter (Fluggesellschaft), der seine Inhalte über das GDS dem Reisebüro (Mitwirkenden) zur Verfügung stellt

GDS sind normalerweise direkt mit dem Buchungssystem einer Airline verbunden – einem Central Reservation System (CRS), das Informationen über Sitzplatzverfügbarkeit speichert. Neben der Verfügbarkeit benötigen wir jedoch auch Tarifdaten und Flugpläne, die in separaten Systemen von Drittanbietern gespeichert sind (ATPCo für Preise, Innovata/OAG für Flugpläne).

Für Reisebüros wäre es nahezu unmöglich, diese Daten selbst zu beschaffen. Hier kommen leistungsstarke GDS ins Spiel: Sie sammeln die erforderlichen Informationen aus allen relevanten Systemen und stellen sie Online-Reisebüros gegen Gebühr zur Verfügung.

Sitzplatzreservierung im Flugzeug über gds

Prozess im Detail:

  1. Das GDS erhält Datenzugriff via Vertrag
  2. Das GDS gewährt dem Reisebüro Zugang zu diesen Daten
  3. Beispiel: Ein Kunde bucht einen Flug im Reisebüro
  4. Das GDS übermittelt die Buchungsdaten in Echtzeit an das Airline-System
  5. Resultat: Keine Überbuchungen oder Inventardiskrepanzen

Genau wie bei Fluggesellschaften hat das GDS Zugang zu zahlreichen weiteren Anbietern. Bei einer Reise von Atlanta nach Kapstadt kann Ihr Reisebüro auf Hunderte Hotel-, Mietwagen- und Flugoptionen zugreifen. Das GDS filtert diese und präsentiert die besten Optionen. Über dasselbe GDS bucht das Reisebüro dann Flüge, Hotels und Mietwagen. Dank dieses Pools an Optionen erhalten Endkunden (Privat- und Geschäftsreisende) eine weitaus größere Auswahl als bei Direktbuchungen.

Bedeutung für Airlines, Hotels und Reisebüros

GDS-Systeme haben die Reisebranche revolutioniert, indem sie:

  • Inventare von Reisedienstleistern in einer zentralen Echtzeit-Datenbank bündeln
  • Wachsende Netzwerke für Anbieter und Vermittler zugänglich machen

Vorteile für Reisebüros/OTAs:

  • Zugriff auf gebündelte Inhalte ohne Mehrfachsysteme
  • Echtzeit-Überblick über Verfügbarkeit, Preise und Buchungsregeln
  • Effizienter Vergleich und Abschluss von Buchungen

Vorteile für Anbieter (Airlines, Hotels, Mietwagenfirmen):

  • Globale, multi-channel Vertriebsnetzwerke
  • Live-Updates und Synchronisation über alle Buchungskanäle
  • Maximierte Sichtbarkeit und Umsatzchancen

GDS vs. Direktbuchungskanäle

Direktbuchungen:

  • Erfolgen auf Airline- (Ryanair, Lufthansa) oder Hotel-Websites (Marriott, Hyatt)
  • Ermöglichen direkten Kundenkontakt

GDS-Buchungssysteme:

  • Bieten Skalierbarkeit und umfassende Multi-Segment-Optionen (Flug + Hotel + Mietwagen + Bahn)
  • Ermöglichen effiziente Planung komplexer Reisen über eine Plattform

Nachteile von GDS-Zentrierung

  1. Begrenzte Kundendaten:
    • Buchungsdaten verbleiben bei Mittelsmännern
    • Anbieter können Kundenpräferenzen nicht nachvollziehen
  2. Eingeschränkter Zusatzverkauf (Ancillaries):
    • GDS-APIs übermitteln oft nur Kernleistungen (keine Sitzplatzwahl, Gepäck-Upgrades etc.)
    • Airlines verlieren profitable Zusatzverkäufe
  3. Keine volle Marketingkontrolle:
    • Angebote werden innerhalb des GDS generiert
    • Marktdynamiken und Kundenverhalten sind schwer erkennbar
Yana Brilevskaya
Yana Brilevskaya

Im GDS-Ökosystem sind Airlines in ihrer Fähigkeit eingeschränkt, maßgeschneiderte Paketangebote, Sonderaktionen oder Rabattkampagnen zu erstellen.

Dies war einer der Hauptgründe für die Entstehung des New Distribution Capability (NDC)-Standards, der heute sowohl von Fluggesellschaften als auch von GDS-Anbietern aktiv übernommen wird – letztere vor allem, um ihre Marktposition zu halten.

Arten von GDS-Systemen

Nicht alle GDS-Systeme verfolgen dieselben Ziele oder operieren im gleichen Segment – obwohl Überschneidungen möglich sind. Reiseunternehmen können zwischen verschiedenen GDS-Typen wählen, abhängig von ihren spezifischen Anforderungen.

Wir bieten hier eine Übersicht der primären GDS-Kategorien (wobei die Grenzen zwischen ihnen mitunter fließend sind):

01

Flugzentrierte GDS-Beispiele

Amadeus belegt den Spitzenplatz unter den Flug-GDS mit über 450 Millionen Reisebüro-Flugbuchungen im Jahr 2023. Mit seinen hochtechnologischen, flugorientierten Produkten lassen sich Tarife verwalten und Reiserouten erstellen.

Sabre liegt Amadeus dicht auf den Fersen – mit einem 60 %-Anteil am globalen GDS-Verkehr im Flugsegment. Diese GDS ist besonders bei großen Fluggesellschaften beliebt, vor allem in Nordamerika, wo sie ihren Ursprung hat.

02

Hotel- und Mietwagen-GDS

Wie der Name bereits vermuten lässt, konzentriert sich diese Kategorie auf Unterkünfte und Bodentransport für Reisende. Es ist gängige Praxis, dass Agenturen auf separat gebuchte Hotel- und Mietwagenreservierungen zurückgreifen, insbesondere bei Geschäftsreisen und mehrtägigen Tourpaketen, die separate Unterkunfts- und Transportarrangements erfordern.

Diese GDS-Systeme verteilen:

  • Zimmerverfügbarkeiten
  • Preise und Sonderangebote von Hotels
  • Fahrzeugflotten und Mietkonditionen von Autovermietungen

Beispiele:

Travelport verzeichnet bemerkenswerte Erfolge in diesem Segment:

  • 650.000 Hotels im System
  • Angebote von 36.000 Autovermietungen weltweit

Pegasus Solutions – zwar kein vollwertiges GDS wie Amadeus oder Sabre – bietet Hotels eine ausgeklügelte Vertriebsinfrastruktur mit Anbindung an:

  • Dutzende Reisebüros
  • Online-Reiseagenturen (OTAs) weltweit
03

Multi-Segment-GDS

n der Liste der GDS-Systeme handelt es sich hier offensichtlich um den umfassendsten Typ. Multi-Segment-Vertriebssysteme bündeln ein breites Spektrum an Reisedienstleistungen – von Unterkünften, Flug- und Bahntickets über Mietwagen bis hin zu Touren und Veranstaltungen. Für OTAs und Reisebüros sind sie im Grunde eine All-in-One-Lösung zur Verwaltung komplexer Reisepläne.

Ein GDS dieser Art kann:

  • Mit Drittanbieter-Buchungssystemen integrieren
  • Die Verfügbarkeit und korrekte Funktionsweise von Buchungsverwaltungstools sicherstellen

Letztere sind besonders wertvoll für Stornierungen oder Änderungen – sie ermöglichen die koordinierte Anpassung aller Reisesegmente über Plattformen hinweg.

Beispiele:

Sabre bietet Multi-Segment-Fähigkeiten:

  • Ermöglicht OTAs und Agenturen die Buchung von Flügen, Hotels, Mietwagen und sogar Bahnreisen in einem System

Ähnliche – aber im Umfang variierende – Möglichkeiten bieten:

  • Amadeus
  • Travelport

Beide unterstützen ein breites Dienstleistungsspektrum von Flug- und Hotelbuchungen bis hin zu Bahnreisen.

Doch diese Funktionsvielfalt hat einen Haken:
Für kleinere oder spezialisierte Reiseunternehmen können entstehen:

  • Höhere Transaktionsgebühren
  • Komplexe Integrationsanforderungen

Diese Faktoren können den Einsatz eines GDS-Systems für Nischenanbieter erschweren.

Diana von GP Solutions

Wir sind ein zertifizierter Entwicklungspartner von Amadeus. Setzen Sie sich mit uns in Verbindung, um zu erfahren, wie Sie sich mit ihnen verbinden können.

Diana
Business-Experte

Was kostet ein GDS-System?

Was kostet ein GDS-System?

Die Kostenstruktur für ein GDS-System ist komplex und umfasst mehrere Komponenten:

  1. Einrichtungs- und Integrationskosten
    • GDS-Systeme berechnen eine Gebühr für die erstmalige Einrichtung und Integration
    • Kostenrahmen: $10.000 50.000 (abhängig vom Integrationsaufwand)
  2. Provisionen und Transaktionsgebühren
    • GDS verdienen durch Buchungsprovisionen (z.B. bei Flugbuchungen)
    • Typische Spanne: $12 pro Buchung (variiert je nach Airline)
  3. Laufende Abonnement- oder Lizenzgebühren
    • Monatliche Kosten: $1.000 für den GDS-Zugang
    • Abrechnungsmodalitäten: Jahres- oder Monatsbasis
    • Abhängig von:
      • Größe der Agentur
      • Buchungsvolumen

Die endgültigen Kosten hängen von Faktoren ab wie:

  • Unternehmensgröße
  • Genutzte Dienstleistungen
  • Buchungsaufkommen

Wie erhält man ein GDS-System?

Ihr Reiseunternehmen kann auf verschiedene Weise Zugang zu GDS-Systemen erhalten:

  1. Direkte Partnerschaft mit einem GDS-Anbieter
      • Große Reiseunternehmen schließen oft direkte Verträge mit GDS ab
      • Herausforderungen:
        • Höhere Kosten
        • Eigenverantwortung für Vertragsverhandlungen
        • Festlegung der Provisionsstruktur
        • Einhaltung technischer/rechtlicher Anforderungen des Anbieters
    1. Drittanbieter-Lösungen
      • Für kleinere Unternehmen ideal
      • Zugang zu GDS-Inhalten über technische Mittler
      • Vorteile:
        • Anpassbare Preismodelle
        • Geringere Kosten

Welche Alternativen gibt es?

Falls GDS nicht infrage kommen, stehen folgende Optionen zur Verfügung:

  1. Reise-APIs von Drittanbietern
  2. Reiseaggregatoren (z.B. Expedia, Skyscanner) – Buchung über Provisionsmodelle
  3. Partnerprogramme – Provisionen für vermittelte Buchungen
  4. Direktverträge mit Anbietern (Hotels, Airlines etc.)
  5. White-Label-Lösungen oder individuelle Buchungsmaschinen

Was sind die wichtigsten GDS-Systeme? Vergleich von Amadeus, Sabre und Travelport

Premier GDS in eigenen Zahlen

Informationen über Sabre-Fähigkeiten in Zahlen

Quelle: Sabre.

Informationen über Amadeus-Verbindungen in Zahlen

Quelle: Amadeus.

Informationen über Travelport-Verbindungen in Zahlen

Quelle: Travelport.

Um einen besseren Überblick über die komplexen Prozesse und Funktionalitäten zu erhalten, die GDS anbieten können, sollten wir die wichtigsten Unterschiede zwischen den drei dominierenden GDS-Anbietern untersuchen.

GDS

Amadeus

Sabre

Travelport (einschließlich Apollo, Worldspan und Galileo)

Gegründet

1987

1960 (voll funktionsfähig seit 1964)

2001

Hauptsitz

Madrid, Spain

Southlake, Texas, USA

Langley, Berkshire, UK

Anzahl der Mitarbeiter

18,500

6,200

3,500

Einnahmen (2023)

$5.9 billion

$2.9 billion

$2.5 billion

Marktanteil

Größtes GDS, Marktanteil ca. 40% (2023)

Zweitgrößter Markt, rund 35 % des Marktes

Hält etwa 25 % des GDS-Marktes

Geografischer Geltungsbereich

Vorherrschend in Europa, schnelle Expansion im asiatisch-pazifischen Raum

Starke Präsenz in Nordamerika und dem amerikanischen Kontinent

Gleichmäßigere Verteilung auf der ganzen Welt; Top-Pick in Nischenmärkten

Dienstleistungen und Spezialisierung

Spezialisiert auf Flugbuchungen, aber zunehmend auch auf Nicht-Flugdienste wie Hotel und Bahn

Fachwissen über IT-Lösungen für Fluggesellschaften mit Schwerpunkt auf dem Ertragsmanagement von Fluggesellschaften

Bekannt für seine Multisegment-Dienste (Flug, Hotels, Autos). Leistungsstarkes GDS für Hotels und Autovermietungen

Technologie und Innovationen

Aktiver Förderer von KI, mobiler Technologie und Unterstützer von NDC-Inhalten, starker Schwerpunkt auf dem Ausbau des Vertriebsangebots

Massive Fortschritte bei NDC, KI und mobilen Lösungen. Großer Schwerpunkt auf Fluggesellschaften

Legt Wert auf Buchungen in mehreren Segmenten, entwickelt einen Mobile-First-Ansatz. Kompetent in NDC und KI

Benutzerfreundlichkeit und Integration

Bekannt für die schnelle Integration mit CRM- und ERP-Tools und Software von Drittanbietern

Leistungsstarke und zuverlässige Plattform, aber möglicherweise weniger Flexibilität für Lösungen, die nicht für Fluggesellschaften bestimmt sind

Nahtlose Integrationen mit vielen Reisesystemen, benutzerfreundliche Oberflächen, moderneres Aussehen

Vor- und Nachteile der einzelnen GDS

Nichts ist perfekt, auch wenn es noch so ausgeklügelt gestaltet ist. Wir haben für jedes der großen GDS eine kurze Zusammenfassung der Stärken und Schwächen zusammengestellt.

GDSProsCons
Amadeus— Großes globales Netzwerk für Flug-, Hotel- und Bahnreisen

— Erweiterte Buchungsfunktionen für Flugdienste und andere Dienstleistungen wie Hotels, Mietwagen oder Bahnreisen

— Höhere Kosten für kleinere Reisebüros aufgrund von Premiumfunktionen und breiterem Leistungsumfang
Sabre Stark in Nordamerika, mit Fokus auf dauerhafte Lösungen für Fluggesellschaften

Umfassende Tools für Airline Revenue Management und Operations

— Wahrscheinlich begrenzte regionale Unterstützung in Europa, verglichen mit anderen
Travelport— Breite Buchungsmöglichkeiten für mehrere Segmente (Autos, Hotels usw.)

— Benutzerfreundliche Schnittstelle für Agenten und Agenturen, die auf verschiedene Dienstleistungen spezialisiert sind

— Weniger Exklusivverträge mit Luftfahrtunternehmen, begrenztes Flugangebot im Vergleich zu anderen

Wie nutzt man ein GDS-System und welches GDS sollte man wählen?

Die Wahl des besten GDS-Partners für Ihr Reiseunternehmen hängt maßgeblich von folgenden Parametern ab:

  • Unternehmensgröße
  • Angebotene Dienstleistungen
  • Zielmarkt
  • Geplante technologische Weiterentwicklung

Wir haben eine Entscheidungshilfe erstellt, um Ihnen die Auswahl zu erleichtern.

Unternehmensgröße

  • Große Reisebüros/OTAs:
    • Empfohlene GDS: Sabre, Amadeus oder Travelport
    • Vorteile:
      • Globale Reichweite
      • Umfangreiche Netzwerke
      • Vielfältige Buchungsmanagement-Tools
      • ERP-/CRM-Integrationen
      • Volle Buchungsfunktionalität
    • Kosten: Hohe Transaktionsgebühren und Einrichtungskosten sind durch das große Buchungsvolumen tragbar
  • Kleine Agenturen/Startups:
    • Lösung: Drittanbieter mit integrierten GDS-Diensten
    • Vorteile:
      • Deutlich geringere Kosten
      • Flexiblere Optionen (z.B. Travelport für kleinere Unternehmen)
    • Ziel: GDS-Daten nutzen ohne Überzahlung

Art der Reisedienstleistungen

  • Flugfokussierte Dienste:
    • Optimale GDS: Amadeus oder Sabre (Marktführer im Flugsegment)

    Multi-Segment-Dienste (Flug + Hotel + Mietwagen):

    • Top-Wahl: Travelport (speziell für parallele Mehrfachbuchungen)

    Nischenmärkte:

    • Beispiele: Bahnreisen, Geschäftsreisen, Luxusreisen
    • Lösungen:
      • Amadeus oder Travelport (mit speziellen Tools für Nischen)
      • Budgetabhängige Optionen

Geografische Regionen

  • Amadeus: Besonders einflussreich in Europa und expandierend im asiatisch-pazifischen Raum
  • Sabre: Dominiert den nordamerikanischen und gesamten amerikanischen Markt
  • Travelport: Global agierender Anbieter mit ausgeglichener Präsenz in mehreren Regionen

Zukunftssicherheit

Für langfristige Strategien empfiehlt sich die Partnerschaft mit einem Technologieanbieter, der aktiv in Innovationen investiert. Der Wettbewerb dreht sich zunehmend um intelligente Technologien.

  • Amadeus:
    • Führend bei Innovationen, besonders in den Bereichen KI und NDC
    • Ermöglicht Airlines durch NDC-Standard die direkte Verteilung von personalisierten Paketen
  • Sabre:
    • Einer der Vorreiter bei NDC
    • Setzt auf Blockchain für sichere Transaktionen und mehr Transparenz
  • Travelport:
    • Fokussiert auf mobile Lösungen und digitale Transformation
    • Ideal für Agenturen mit Fokus auf benutzerfreundliche, mobile Buchungslösungen

Wie geht es weiter mit GDS-Systemen?

Marktgröße der Global Distribution System (GDS)-Branche

Marktgröße des globalen Vertriebssystems (GDS)

Quelle: Statista.

Aktuell zeigt sich der GDS-Markt vielversprechend. Mit der Erholung des Reisesektors nach der Pandemie erwarten wir ein weiteres Wachstum der GDS-Buchungen.

Allerdings gibt es bestimmte Herausforderungen im Vertriebssystemmarkt, die berücksichtigt werden müssen, um ein umfassendes Bild zu erhalten:

Herausforderungen im GDS-Markt

  1. Mangelnde Flexibilität und Abhängigkeit von traditioneller Infrastruktur
    • GDS-Systeme basieren historisch auf veralteten Technologien, da sie Fluginhalte verteilen müssen – und Airlinesysteme sind noch stärker legacy-abhängig
    • Die Umstellung jahrzehntealter Systeme auf modernere Lösungen gestaltet sich schwierig
    • Je traditioneller die Infrastruktur, desto langsamer die Anpassung an Kundenerwartungen
  2. Hohe Implementierungs- und Wartungskosten
    • Erhebliche Investitionen für Einrichtung und laufenden Betrieb
    • Hemmnis für KMUs, was die weitere Verbreitung von GDS bremsen könnte
  3. Konkurrenz durch OTAs
    • OTAs ermöglichen ebenfalls direkten Informationsaustausch zwischen Reisebüros und Anbietern
    • Manche Unternehmen bevorzugen OTA-Lösungen gegenüber GDS
  4. Widerstand gegen Veränderungen
    • Unterschiedliche Budgets und Ressourcen im Markt:
      • Große Player wie Sabre/Lufthansa vs. regionale Anbieter
    • Etablierte Unternehmen halten oft an manuellen Prozessen fest
    • Verlangsamte Technologieadaption behindert GDS-Expansion
  5. Unvorhersehbare globale Ereignisse
    • Geopolitische Konflikte, Pandemien oder Naturkatastrophen
    • Können den Reisesektor abrupt lahmlegen – mit direkten Auswirkungen auf GDS
  6. Neue Technologien
    • Dezentrale Apps oder Blockchain-Systeme als alternative Vertriebskanäle
    • Bieten geringere Kosten, dezentrales Management und mehr Transparenz
    • Beispiele:
      • Lufthansa fördert Direktbuchungen via Website (mit Aufschlägen für GDS-Buchungen)
      • Ryanair kündigte 2017 seinen Amadeus-Vertrag
  7. NDC als Game-Changer
    • Seit 2015 von IATA eingeführter API-Standard
    • Ermöglicht Airlines:
      • Eigene APIs für GDS-Anbindung zu entwickeln
      • ODER direkte Verbindungen zu OTAs (ohne GDS)
    • Vertiefende Informationen in unserem aktuellen NDC-Artikel

Es kommt immer darauf an

Auch wenn Airlines, Hotels und lokale Dienstleister versuchen, Drittanbieter zu umgehen und ihre Produkte direkt zu vertreiben, suchen sie doch nach einer zuverlässigen Buchungsplattform mit dem umfassendsten Angebot. Der Wettbewerb wird von dem gewonnen, der schneller und besser für seine Endkunden – die Reisenden – buchen kann.

Aktuell ist der Anschluss an GDS-Inhalte eine der klügsten Entscheidungen für viele Reisebüros. Doch die Wahl hängt stark von Ihrem individuellen Geschäft ab – gehen Sie also mit Bedacht vor.

Oder Sie wenden sich einfach an GP Solutions für:

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Alex Shmyga
Alex Shmyga
Senior Travel Tech Advisor bei GP Solutions
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